21. So habe ich überarbeitet

Heute widme ich mich einmal intensiv dem Thema Überarbeitung. Nun da ich die vorerst letzte Überarbeitung hinter mir habe, wollte ich berichten, wie ich vorgegangen bin.
Nachdem ich das Wort Ende unter den Roman geschrieben habe:
1. Manuskript ruhen lassen. Das ist sehr wichtig, um ein wenig Abstand zum eigenen Text zu bekommen. Nur dann kann man die kleinen Fehler entdecken.
2. Rechtschreibung und Grammatik überprüfen. Währenddessen Notizen machen, falls man etwas am Inhalt ändern möchte.
3. Oben genannte Änderungen in den Text bringen.
4. Nach Schritt 1 bis 3 den Text laut vorlesen, sollten Formulierungsfehler vorhanden sein oder der Rhythmus des Textes nicht stimmen, kann gleich geändert werden. Gezielt auf Wiederholungen und Füllwörter achten.
5. Ruhen lassen.
6. Schritt 1 bis 4 wiederholen.
7. Nach Möglichkeit einen Lektor mit einbeziehen. Oder man hat einen Schreibbuddy, jemand der ebenfalls schreibt und ihr könnt euch gegenseitig austauschen, verbessern, lektorieren.
8. Gute Testleser.
9. Änderungsvorschläge, Hinweise und aufgedeckte Fehler der Testleser eventuell berücksichtigen.
10. Noch einmal Schritt 1 bis 4
11. Weitere Testleser.
12. Schritt 9 wiederholen.

Theoretisch könnt ihr das beliebig oft wiederholen, so lange, bis ihr euch sicher seid. 

13. Und dann tut euch selbst einen Gefallen, nehmt euren Text und packt ihn auf einen Reader oder druckt ihn aus. Glaubt mir, beim Lesen des Manuskripts auf einem anderen Medium als dem PC, werdet ihr noch einiges finden, das verbessert werden muss. Schaut euch ganz genau die Dialoge an. Sind sie realistisch?
14. Vielleicht habt ihr bis dahin die Nerven eures Lektors oder Schreibbuddys noch nicht all zu sehr strapaziert und könnt ihn für die Endkorrektur noch einmal in Anspruch nehmen.
15. Vielleicht noch ein Testleser in der Hinterhand?

Und hier an diesem Punkt stehe ich nun. Fertig. Gutes Gefühl im Bauch. Doch bin ich auch bereit, meinen Roman der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen? Irgendwie schon und irgendwie auch nicht. Ich b in sehr zwiegespalten. Aber ich will.
Ich studiere zur Zeit jegliche Literatur, die es über Formatierung, Distributoren, Marketing, Rechte und Pflichten eines Autoren zu finden gibt.

Heute möchte ich euch ein paar Links hinsichtlich des Überarbeitens an die Hand geben. Wie gesagt, die oben erwähnte Vorgehensweise ist kein Muss, es zeigt lediglich die Vorgehensweise, die ich an den Tag gelegt habe. Wer noch andere Meinungen und Tipps haben will, hier geht es lang:

http://textlektorat.blogspot.de/2013/07/was-geschieht-beim-lektorat.html?spref=fb
Hier wird euch ein Einblick in die Arbeitsweise eines Lektorats gegeben. Sehr interessant.

http://ratgeber.xtme.de/einen-lektor-finden-und-texte-mit-wenig-finanziellem-aufwand-verbessern/
Der Titel des Links ist denke ich aussagekräftig genug.

http://wordpress.mczarnetzki.de/2014/02/27/was-macht-eigentlich-ein-selfpublisher-verwandle-dein-manuskript-in-einen-diamanten/
Aus einem Rohdiamanten einen echten Diamanten machen, welcher Autor wünscht sich das nicht? 

http://scriptdoktor.blogspot.se/
Interessante Seite einer Lektorin. Lesenswert

http://stiftbild.net/?p=2069
Stiftbild erklärt hier sehr schön, auf was man beim Überarbeiten achten sollte, um die Betriebsblindheit auszutricksen.

http://www.dieschreibdilettanten.de/testleser-gesucht/
Wer Testleser sucht oder gerne einmal ein Testleser sein möchte, wird hier fündig.

http://marcusjohanus.wordpress.com/2014/01/19/feedback-geben-5-unentbehrliche-tipps/
Wer dann Testleser wird, sollte sich an diese hilfreichen Tipps von Marcus Johanus halten.

http://karinareiss.wordpress.com/2014/04/22/warum-brauche-ich-testleser/
Testleser sind unheimlich wichtig, hiefr könnt ihr noch ein paar gute Argumente fürs Testlesen finden.

http://karinareiss.wordpress.com/2013/10/10/das-expose-erste-hilfe-bei-der-uberarbeitung/
Warum dir ein Exposé beim Überarbeiten helfen kann.

http://www.it-agile.de/stil/bericht.html
Die Seite „stilversprechend“ berechnet den Fleschwert eines Textes, also wie schwer er zu lesen ist. Wichtig? Nicht unbedingt, aber was sie auch kann: Nominalstil markieren, Füllwörter markieren, lange Wörter markieren, lange Sätze markieren, Floskeln markieren, Wortdoppelungen markieren, Satzanfänge mit »Es« hervorheben, Passiv-Sätze hervorheben, Anglizismen markieren.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/ich-schreibe-wie/stiltest-ich-schreibe-wie-11480570.html
Mal wieder etwas zum Schmunzeln. Text einsetzen und herausfinden, welchem literarischen Genie die eigene Schreibweise ähnelt.

Da sind zwar viele alte Links dabei, aber trotzdem sind sie sehr nützlich.

Und dann habe ich noch einen Lesetipp für euch. Ich durfte an einer Leserunde zu Axel Hollmanns erstem Buch teilnehmen. Es heißt Asphalt.
http://www.amazon.de/Asphalt-Ein-Fall-Julia-Wagner-ebook/dp/B00L7XBYAE
Ein wirklich mitreißender Thriller. Ich konnte das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen.
Axel Hollmann ist einer der beiden SchreibDilettanten. Er und Marcus Johanus haben einen Podcast rund ums Schreiben. Sehr empfehlenswert.
http://www.dieschreibdilettanten.de/

Die liebe Karina Reiß, hat ein Interview mit mir geführt. Wer mehr über mich und meinen ersten Roman erfahren möchte, sollte es unbedingt lesen.
http://karinareiss.wordpress.com/2014/07/11/interview-mit-tanja-neise/

Für heute genug, ich muss mich wieder an die Fachliteratur rund ums Selfpublishing setzen.
Ich wünsche euch eine kreative Zeit.
Eure Tanja Neise

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Kommentare: 2
  • #1

    Tanja Neise (Sonntag, 19 Juli 2015 23:19)

    SaschaM (Besucher)
    http://saschamrowka.wordpress.com
    Sonntag, 27. Jul, 2014 @ 22:24:45
    Hallo,

    ich würde Punkt 2 weiter am Ende unterbringen. Warum? Weil es in meinen Augen verschwendete Zeit ist zu korrigieren, wenn man am Text selbst noch feilt, bzw. feilen muss.
    Die Testleser z.B. können ja dazu beitragen, dass man ganze Kapitel aus dem Roman wirft, weil sue unnötig sind, den Leser nur verwirren usw. Dann hast du zwar ein fehlerloses Kapitel, dass aber nur in der Ablage P liegt. ;-)

    Gruß
    Sascha

  • #2

    Tanja Neise (Sonntag, 19 Juli 2015 23:20)

    Montag, 28. Jul, 2014 @ 09:08:40
    Hallo Sascha,
    da hast du recht. Ich bin immer so rechtschreibungsfixiert. Kann mich schlecht auf etwas anderes konzentrieren, wenn ich beim Lesen Fehler sehe.
    Grundsätzlich könnte man es auch als letzten Schritt machen. Bin so verkrampft und denke dann "oh Gott jetzt sehen die Testleser meine Fehler. ;-)
    Liebe Grüße Tanja